Die Sonette (eine lyrische Auswahl) des Dichters und Verlegers Martin Werhand

 

Sonette

als herausragende lyrische Kunstform

sozusagen als - Formkunst - innerhalb der Lyrik

 haben mich von jeher persönlich fasziniert!

Die perfekte sprachliche Verschmelzung

von anspruchsvoller Form und wertigem Inhalt

als EINE fließende Klangkunst-EINHEIT

- geistig komponiert und gegossen in 14 Zeilen.

EINE PERLE!

 

 

Von Petrarca ersonnen.

Von Shakespeare kultiviert.

Und von Graf von Platen-Hallermünde

in der deutschsprachigen Literatur vollendet!

 

 

Ist (dennoch) eine moderne

inhaltliche sprachliche Weiterentwicklung

des Sonetts auch im 21. Jahrhundert

von Dichterseite her möglich ...?

Vielleicht ...

... kommt auf einen intelligenten Versuch an ...

 

 

- Stilistisch sicherlich immer anspruchsvoll -

(gerade nach Platen ...)

Hier einige meiner eigenen Sonettperlen ...

ausgekoppelt aus meinem

kommenden Sonettband Eiszonen (2020).

 

 

 

 

 

 

Ahnenkirche

 

 

Versiegende Glaubensbande ... doch bauen

wir auf diesen Felsen Tempelgold, kauern

in sakralen Grüften zum Gebet, lauern

stumm, um tief in Gottes Antlitz zu schauen.

 

Die Heiligen sind in den Stein gehauen,

Altarklänge versickern in den Mauern -

Heil schlägt fehl! - Leise Zweifel überdauern

die Gezeiten ... es schwindet das Vertrauen

 

in die Auferstehung - schwarz die Pupille.

Apokalyptische Visionen trogen

die Sinne unserer Vorväter. Wille

 

zur Macht, nicht das Licht die Seelen bewogen

und die Silben verwelken in der Stille ...

Die Lautgerinnung ist im Blut vollzogen.

 

 

 

© Martin Werhand 2019

 

 

 

 

 

Der Regenbogen

 

 

Farbkaskaden von unendlicher Schönheit

Durchstreifen des Himmels weite Toleranz.

Erleuchtet in virtuell schillerndem Glanz,

Ist die alte Welt zur Katharsis bereit.

 

Dimensionen so dicht - der Kosmos verzeiht ...

Und bittet die Vermählten zum Hochzeitstanz.

Göttliche Atmosphäre im Strahlenkranz,

Elemente verschmelzen zur Ewigkeit.

 

Abermillionen von schneeweißen Schwänen

Stürzen aus unsichtbaren Tiefen hervor,

Ergießen sich in spektralen Fontänen,

 

Spülen ihn fort, den irdischen Trauerflor.

So ... lichtdurchflutet und getränkt mit Tränen

Öffnet sich am Horizont - Apollos Tor!

 

 

 

© Martin Werhand 2019

 

 

 

 

 

Zeitwandel

 

 

Das Jahrmarktslärmen aus fernen Zeiten klingt

an Buden und Ständen des Lebens vorbei

wie beständiges Spiel! - Schattenzauberei ...

das bald schon das Zwielicht des Schicksals besingt,

 

gleich wie oft es das Hier und das Jetzt bezwingt,

bricht es am Firmament als Schatten entzwei ...

erwacht ein neuer Tag ... ist es Einerlei

was uns am Ende der Zeit die Zukunft bringt!

 

Wenn heimliches Licht in die Gasse regnet

und die Kristallkugel aus Kindertagen

unbeschwert auch den Himmelswechsel segnet,

 

der Wahrsager sinnt ... und ohne zu fragen

uns im Geborgenen das Glück begegnet,

wollen wir der Wehmut Schwere ertragen.

 

 

 

© Martin Werhand 2019

 

 

 

 

 

Zwischen Himmel und Erde

 

 

Sein Schicksal gleicht dem des versprengten Kriegers!

Tief verzweifelt und hilflos wie ein Kleinkind,

Zappelt fahrig das nackte Raubtier im Wind.

Flatterhaft, wirr ... nicht der Typ eines Siegers.

 

Ideal in der Rolle des Sturzfliegers!

Nie wird ihm klar, wer die wahren Gegner sind,

Im rasenden Fall gen Terra wurd' er blind.

Die Silhouette eines Papiertigers ...

 

Blitzt Sekunden im gleißenden Sonnenlicht.

So malt der Luftikus seine Figürchen.

Im Ätherismus geknebelt - zur Erdschicht

 

Verdammt, klopft er zaghaft ans Himmelstürchen.

Ein Spielball der Mächte ... ein Federgewicht.

In der Tat ... es funktioniert - WIE AM SCHNÜRCHEN!

 

 

 

© Martin Werhand 2019

 

 

 

 

 

Das Wolkenjahr

 

 

Weh! Ein grauer Trauerflor umspannt die Zeit.

Majestäten versiegeln ihre Blicke,

entriegeln synchron lautlose Geschicke

der Menschheit - Monotones Morgen, bereit

 

ganz stumm zu werden! Blind sind sie schon und weit,

die Horizonte und Himmel! Ersticke

nicht Auge ... an dem zähen schwarzen Schlicke

des Firmaments! Die toten Wasser der Wahrheit

 

öffnen sich! ... Weint um einen Sonnensegen!

... Doch Menschen sind Tiere, gleich einer Herde

Lemminge, gesäugt von dem Schicksalsregen

 

der Natur, gebrandmarkt durch Stirb und Werde

ihres Tuns! So kam Noah ... Hand zu legen

an die Arche - Und es ward Finstererde!

 

 

 

© Martin Werhand 2019

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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